Fast 15 Stunden Fahrt, 6 Tage in einer anderen Familie und zahlreiche Eindrücke in die polnische Kultur – Gymnasium Diepholz
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Deutsche in Polen
Fast 15 Stunden Fahrt, 6 Tage in einer anderen Familie und zahlreiche Eindrücke in die polnische Kultur

Schüleraustausch nach Starogard Gdański in Polen

Am Sonntag, den 23. April 2017, brachen wir, also 35 Schüler und Schülerinnen aus der 9. und 8. Jahrgangsstufe der Graf-Friedrich-Schule und der Realschule Diepholz, auf, um für 6 Tage in die polnische Kultur einzutauchen und neue Menschen kennenzulernen. Wir wurden von den Lehrern Herr Mertins und Herr Klöpzig begleitet.

Nach einer ca. vierzehneinhalb stündigen, anstrengenden Fahrt mit vielen Pausen und Filmen kamen wir ziemlich müde, aber vor Aufregung schreiend, in Starogard an. Dort lernten wir gleich unsere Austauschschüler und -schülerinnen, sowie Gasteltern, das erste Mal Live kennen (vorher hatten wir nur über WhatsApp, Facebook etc. Kontakt). Wenig später waren wir bereits in unserem neuen Zuhause für die nächste Woche. Dort hatten wir Zeit, unsere Gastfamilie besser kennenzulernen und sind danach direkt schlafen gegangen, für viele von uns räumten die Austauschpartnern extra ihr Zimmer.

Der nächste Tag ging dann gleich gut los. Wir wurden sowohl in den beiden Partnerschulen, als auch von der Stadt und dem Landkreis herzlich empfangen. Im Lyceum (was etwa unserer gymnasialen Oberstufe entspricht) gab es sogar eine musikalische und eine Akrobatikvorführung. Beim Empfang im Rathaus gab es Kekse und etwas zu trinken. Der Bürgermeister gegrüßte uns persönlich und erzählte uns etwas über Starogard. Anschließend wurden wir in Gruppen aufgeteilt, in denen wir dann eine Stadtrallye gemacht haben. Zusammen haben die Gruppen dann mit den Fotos jeweils ein Plakat gestaltet.

Wir haben in der Woche mehrere Museen, die Marienburg, ein Planetarium und mehrere Einkaufszentren in Gdynia, Danzig und Toruń besucht, was allerdings echt besser war, als es sich vielleicht anhört, denn es waren keine normalen Rundführungen, wie man sie normalerweise aus Museen kennt, sondern man konnte das besichtigen, was man besichtigen wollte. Wir waren zum Beispiel in dem Solidaritätsmuseum in Danzig, welches übrigens echt modern war, und haben Headsets bekommen, mit denen wir uns dann das anhören konnten, worauf wir Lust hatten.

Das Planetarium war auch echt gut gemacht, wir haben uns erst einen Film angesehen, der über den ganzen Saal mit Kuppelleinwand ausgestrahlt wurde und durften danach Experimente machen. Wir durften zum Beispiel ein Kilogramm heben, wie schwer es sich auf verschiedenen Planeten, dem Mond oder der Sonne anfühlen würde.

Am Donnerstag und am Freitag durften wir die ersten Stunden mit in den Unterricht unserer Austauschpartner kommen, der etwas anders war als bei uns in Deutschland. Die Schüler mussten sich zum Beispiel nicht melden und den Lehrern war es ziemlich egal, dass einige Leute am Handy saßen und zum Beispiel Musik gehört haben, ihr Motto war wahrscheinlich:„Wer nicht zuhört muss es selbst nachholen!“.

Nachdem das offiziellen Programm um ca. 15 Uhr endete, hatten wir Freizeit, wo wir dann etwas mit unseren Austauschschülern und/ oder Freunden machen konnten. Viele von uns sind bowlen gegangen, haben in einer Karaoke Bar gesungen, oder sich in den Park gesetzt, also wurde es auch nicht langweilig.

Man muss sagen, dass die Polen echt gastfreundlich waren; sie haben uns so gut wie immer gefragt, ob wir Hunger hätten, haben uns Lunchpakete gemacht und uns nicht wirklich im Haushalt helfen lassen, da sie uns den Teller aus der Hand gerissen haben und gesagt haben, wir sollen uns besser als zu Hause fühlen.

Am Tag der Abreise fielen ein paar Tränen und wir bekamen sogar Abschiedsgeschenke, was total freundlich war. Wir sind wieder ca. 13 – 14 Stunden gefahren und waren, trotz der schönen Zeit in Polen, froh darüber gegen 20:00 Uhr wieder zu Hause angekommen zu sein.

Text: Nicola Lippke, Foto: Stephan Klöpzig