Balladen und Märchen an der GFS – Gymnasium Diepholz
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Balladen und Märchen an der GFS

Wie schon im letzten Schuljahr kam im Januar der Vortragskünstler Eberhard Vogelwaid an un­serer Schule doppelt zum Einsatz: Die Fünftklässler beglückte er nunmehr bereits zum 10. Mal mit faszinierenden Märchen aus aller Welt, und die Siebtklässler zog er nun im zweiten Jahr mit sehr unterschiedlichen Balladen in seinen Bann. Es versteht sich für den beliebten Otters­berger von selbst, dass er all die vorbereiteten Texte auswendig vorträgt, was ihm dann für seine mimischen und gestischen Verzauberungen der Zuhörerschaft viele Möglichkeiten er­öffnet.

Fast wie hypnotisiert ließen sich die Fünftklässler in verschiedenste Märchenwelten ent­füh­ren. Eine davon war die Welt der menschenfressenden Trolle, die man allerdings mit Klug­heit überlisten kann (was den Menschen in diesem norwegischen Märchen natürlich gelingt), ein anderer Schauplatz war die Arche Noah, wo in einem Märchen aus Israel eine Schlange zum Gegen­spie­ler des Menschen wurde. In Märchen aus England und Deutschland ging es dann z.B. um den „hässlichsten Hund der Welt“, der es auf die Tochter eines Kaufmanns abgesehen hat (sich aber dann als Prinz erweist) sowie um einen unersättlichen Wolf, der selbst vor dem „stumpf­schwänzigen Fohlen“ nicht Halt macht. Mehrmals ließ Eberhard Vogelwaid die Zuhö­rer­schaft sich wiederholende Kernsätze mitsprechen, womit er sie vollends in das Geschehen ein­bezog.

Seinen Balladenvortrag für alle siebten Klassen unserer Schule gestaltete der Künstler nur zwei Tage darauf ebenso abwechslungsreich und hinsichtlich seiner Gestaltungskraft nicht min­der beeindruckend. Dabei griff er nicht nur auf allen Zuhörern geläufige Texte zurück (Fon­tanes „John Maynard“ und Goethes „Erlkönig“), sondern auch auf eher unbekannte  klei­ne Schätze namhafter deutscher Dichter wie Wilhelm Busch und Erich Kästner, dessen er­grei­fen­de „Verzweiflung Nr.1“ die Gefühle eines Jungen in den Mittelpunkt stellt, der für seine arme Familie einige Lebensmittel besorgen soll, unterwegs jedoch sein Einkaufsgeld verliert. Auch die vom Vortragenden selbst gedichteten  Balladen (von denen er nicht weniger als vier vorstellte) vermochten es, die Zuhörerschaft zu fesseln. Man kann sich jetzt schon auf die Auftritte im nächsten Winter freuen.

Text und Foto: Dr. Hartmut Büscher