Historie – Gymnasium Diepholz
05441 9928 0
x
Menü  

Wir übernehmen Verantwortung

Geschichte der Graf-Friedrich-Schule

Die Graf-Friedrich-Schule verdankt ihre Gründung im Jahre 1923 einer Reformidee. Damals konnten die Jugendlichen der Kreise Diepholz und Sulingen nicht eine höhere Schule in ihrer Nähe besuchen. Das kostete viel Fahrgeld und oft auch Miete für ein Zimmer am fernen Schulort.

In Diepholz wie in anderen kleinen Städten wurden daher „Aufbauschulen“ eingerichtet, die es ermöglichten, dass die Schülerinnen und Schüler noch bis zur Pubertät in der Volksschule an ihrem Wohnort bleiben konnten und erst dann auf das Abitur vorbereitet wurden. Die Aufbauschule in Diepholz nahm aber oft auch Abgänger der Mittelschule auf.

graf friedrich (small)

Warum ist unsere Schule nach dem Grafen Friedrich benannt?

Friedrich von Diepholz, geboren 1555 oder 1556, verlor seinen Vater bereits im Jahre 1560. 1576 entließ er seine adligen Vormünder in Celle und Oldenburg und regierte allein. Drei Jahre danach heiratete er Anastasia von Waldeck, die jedoch schon 1582 kurz nach der Geburt ihres zweiten Kindes starb.

Friedrich hielt sich zeitweise in Berlin, Regensburg, Kassel und Dänemark auf. Den künstlerisch interessanten Sarkophag in der Kirche zu Mariendrebber ließ er kurz vor seinem überraschenden Tod herstellen. Er war literarisch interessiert und verfasste ein reformatorisches Kirchenlied, das in Lemgo gedruckt wurde. Die knappe, von ihm erlassene erste Diepholzer Schulordnung von 1584 legte die Aufgaben der beiden Lehrer in der Lateinschule für Jungen und in der Volksschule fest.

1585 starb dieser letzte Graf von Diepholz an den Folgen eines Unfalls.

1925 schlug Dr. Wilhelm Kinghorst als Regionalhistoriker (und später Leiter der GFS) vor, die Aufbauschule „Graf-Friedrich-Schule“ zu nennen. Dieser Name blieb trotz mehrfacher Wechsel der Schulform erhalten

Am Anfang der dreißiger Jahre war die Existenz der Graf-Friedrich-Schule durch die Weltwirtschaftskrise gefährdet, doch gelang es dem Oberstudiendirektor Dr. Kinghorst, die Zahlen zu stabilisieren. Das Bevölkerungswachstum seit 1935, der wachsende Wohlstand seit den fünfziger Jahren und der Druck zu höheren beruflichen Qualifikationen seit ungefähr 1965 führte zu einem Anstieg der Schülerzahl auf zeitweise über 1100. Ein weiterer Faktor war der Ausbau der Schule zu einem grundständigen Gymnasium für Jungen und Mädchen ab Klasse 5. Diese Entwicklung wurde aber durch die Abtrennung der Orientierungsstufe 1977 zurückgenommen.

schulgebäude 1930 1 (small)
neubau 1973 (small)

Da auch in Sulingen und in Syke Gymnasien entstanden und sich die Schülerinnen und Schüler aus dem Nordwesten des Kreises Minden-Lübbecke neu orientierten, ging die Schülerzahl zeitweise auf gut 600 zurück.

Mehrfach litt die GFS unter Raumnot, so dass zunächst der Gebäudebestand an der Hindenburgstraße viermal ergänzt werden mußte. 1974 ließ dann der Schulträger – der Landkreis Diepholz – im Schulzentrum an der Thouarsstraße einen Neubau errichten.

Die Auflösung der Orientierungsstufen im Jahr 2004 und die Zuordnung der Schüler auf die weiterführenden Schulen vom 5. Jahrgang an, aber auch der zunehmende Trend zum Gymnasium ließ die Schülerzahl in den letzten beiden Jahren wieder auf über 1100 steigen. Zusätzliche Räume in der gegenüberliegenden Jahnschule ermöglichen zunächst eine räumlich angemessene Unterbringung der Schüler.

Zunehmende, teilweise gravierende bauliche Mängel im Neubau von 1974 führten 2007 zu dem Beschluss, Teile des Gebäudes abzureißen und durch neue Anbauten an das – dann grundsanierte – Zentralgebäude zu ersetzen. Dieses Vorhaben wurde 2011 abgeschlossen.