|
Wenn Fünftklässler als Kritikpunkte an einer zweitägigen Veranstaltung wenig mehr als die Kerne in den Weintrauben finden, dann zeigt das wohl, wie gelungen der diesjährige “Cup der 5. Klassen” war. Tatsächlich erlebten die GFS-Neuankömmlinge in ihrer ersten Woche an der Schule zwei tolle Umwelttage, an denen sie gelernt haben, wie sie durch ihr eigenes Verhalten in Bezug auf Papier, Wasser, Lebensmittel und Plastikmüll sowohl die lokalen als auch die weltweiten Probleme - positiv oder negativ - beeinflussen.
Der “Cup” wurde erstmals 2010 im Rahmen des Seminarfachs auf Initiative von Duc Huy Nguyen durchgeführt. Idee und Umsetzung gefielen seinerzeit dem GFS-Umweltausschuss so gut, dass man beschloss, den “Cup” zu einer regelmäßigen Einrichtung zu machen. Dankenswerterweise erklärte sich der GFS-Förderverein bereit, die Aktion mit einer Finanzspritze von € 150,- zu unterstützen. Nach langen und aufwändigen Vorbereitungen stand das Programm pünktlich am Schuljahresanfang: Für die fünf neuen Klassen 5 hatten Schüler der oberen Jahrgänge fünf Workshops vorbereitet. Um die nötige Ruhe in den Workshops zu gewährleisten, erstreckte sich der “Cup” über zwei Tage.
Am 24. August 2011, 7.50 Uhr, war es dann soweit: 140 Fünftklässler strömten in die Aula der Jahnschule, wo sie von Gezim Sadrija und Duc Huy Nguyen, der trotz erfolgreichen Abiturs dem Umweltausschuss weiterhin verbunden bleibt, begrüßt und auf die folgenden beiden Tage eingestimmt wurden. Erwartungsfreudig begaben sie sich dann in die einzelnen Workshops. Sandra Nierentz und Michelle Emker hatten den Workshop “Gestalte deine Welt” ausgearbeitet, in dem die Schüler Erdkugeln nach ihren Vorstellungen bemalen und bekleben konnten: Wie sieht die Welt heute aus? Wie könnte sie aussehen? Wie sollte sie aussehen? Im Spektrum der “Schülerwelten”, das von fröhlichem Bunt bis zu düsterem Schwarz-Braun reichte, überwogen die Farben Grün und Blau, angereichert durch eine Vielfalt an Blumen und Tieren. Die Ergebnisse zieren derzeit das Treppenhaus im Verwaltungstrakt und den Kiosk des Umweltausschusses. Im zweiten Teil des Workshops gab es ein Bewegungsspiel, bei dem es um ein mehr oder minder umweltfreundliches Verhalten in Alltagssituationen der Schüler ging. Sophie Hille, Madlen Sander, Rasia Haji, Johanna Dobrick, Elisabeth Leewe und Nane Meyer betreuten die Schüler.
Der zweite Workshop war nach dem Vorbild des bekannten Spiels “Eins, Zwei oder Drei” aufgebaut und dementsprechend mit viel Bewegung verbunden. Die von Duc Huy Nguyen erarbeitete PP-Präsentation bezog sich auf verschiedene Themen aus dem Bereich “Mensch und Umwelt” und wurde von Vanessa Terkowski und Ann-Christin Bloch mit viel Elan und Begeisterungsfähigkeit dargeboten. Während der Reflexionsrunde, die sich anschloss, gab es frisch geschnippelten Obstsalat. Bei dem von Combi in großer Menge und Vielfalt gespendeten Obst war darauf geachtet worden, dass es möglichst kurze Transportwege zurückgelegt hatte.
Für den dritten Workshop war eigentlich das Pflanzen eines jeweils klasseneigenen Baumes geplant. Wegen Verzögerungen bei den Außenarbeiten an der GFS musste dieses jedoch auf den Spätherbst verschoben werden. Christina Mählmann, Biologielehrerin der GFS und Mitglied des Umweltausschusses, entwarf eine gelungene Alternative unter dem Titel “Natur erleben - mit Naturmaterialien gestalten”, in der auch das Thema Wälder, Abholzung und Papierkonsum deutlich zur Sprache kamen. Bei der Umsetzung wurde sie von Johanna Leewe, Gezim Sadrija und Jens Rollik tatkräftig unterstützt.
Leonie Weiß, Felix Lauxtermann, Marvin Göbberd und Jannick Ripking erwarteten die Schüler in der Sporthalle, wo sie eine Kombination aus Sport- und Fragenparcours zu absolvieren hatten. Weiterhin gab es in diesem Workshop ein anschauliches Spiel zum sorglos-verantwortungslosen Wasserverbrauch. Leonie Weiß informierte zudem die Fünftklässler über die beiden Patenkinder, die die GFS im Rahmen des PLAN-Programms in Afrika hat.
Im fünften Workshop mit dem Titel “Plastic Planet” lernten die Schüler von Esra el-Shakif, Jasmin Grambart und Ann-Cathleen Hartlage viel über die negativen Seiten des Plastiks, z.B. dass es biologisch nicht abbaubar ist oder dass mittlerweile Plastikberge durch die Ozeane ziehen, die die Größe von Mitteleuropa haben. Dazu hatten die drei Organisatorinnen einen Filmausschnitt, eine Rallye, eine Plakataktion und Rollenspiele vorbereitet.
Am Ende der beiden Tage gab es eine Siegerehrung; denn der “Cup” ist grundsätzlich als Wettbewerb aufgebaut. Den 1. Platz errang die 5a, gefolgt von der 5e und der 5c; die Klassen 5b und 5d folgten in engem Abstand und lagen mit nur einem Punkt Unterschied nahezu gleichauf. Die Preise für die Plätze 1 und 2 waren von der Kreissparkasse gesponsert worden, die Dritt- bis Fünftplatzierten erhielten GFS-Buttons und GFS-Umweltstifte.
Und das Fazit? Zunächst einmal geht ein großes “Danke!” an alle, die diesen “Cup” geplant, organisiert und durchgeführt haben. Die beiden Tage waren so abwechslungsreich, dass es nie langweilig wurde, so herzlich, dass sich jeder angenommen fühlte, so anstrengend, dass man an beiden Abenden müde ins Bett fiel, so fröhlich, dass man viel lachte, so ernsthaft, dass man viel über unsere bedrohte Umwelt lernte, so schülernah, dass jeder Beteiligte weiß: Umweltschutz fängt nicht erst im Regenwald an, sondern bei ihm selbst, bei uns allen. Kurz, auch im nächsten Jahr soll ein “Cup” stattfinden; denn es war rundum gut ... abgesehen natürlich von den Kernen in den Weintrauben! von Maria Schmutte |